„heimat_en“ war eine intensive, interdisziplinäre Performance-Recherche, die sich dem komplexen Begriff „Heimat“ auf künstlerische und gesellschaftspolitische Weise näherte. Im Zentrum stand ein intergenerativer, partizipativer Prozess, der durch eine enge Zusammenarbeit zwischen professionellen Tänzer:innen und Senior:innen des Wohnstifts Freiburg entstand.
Ausgangspunkt des Projekts war eine Reihe von Recherche-Workshops, die über mehrere Monate hinweg stattfanden. In diesen arbeiteten die Performer:innen mit den Senior:innen an persönlichen Fragen, Erinnerungen und Perspektiven rund um das Thema „Heimat“. Die Teilnehmenden brachten ihre eigenen Erfahrungen, Geschichten und Ausdrucksformen ein – sei es durch Sprache, Bewegung oder Schreiben – und wurden so zu aktiven Mitgestalter:innen des künstlerischen Prozesses. Am Ende entschieden sich acht Senior:innen dafür, selbst Teil der Aufführungen zu werden und standen gemeinsam mit den Tänzer:innen auf der Bühne.
Die Performance verband individuelle choreografische Arbeiten der fünf Tänzer:innen mit live erzeugtem Sounddesign von Musikerin Karlotta Frank und einem wandelbaren Bühnenbild. Der fragmentarische, collageartige Aufbau des Stücks spiegelte die Vielschichtigkeit des Heimatbegriffs wider – ergänzt durch O-Töne aus politischen Reden und dokumentarischem Material, die bewusst gesellschaftliche Diskurse über Ausgrenzung und Zugehörigkeit thematisierten.
„heimat_en“ war nicht nur ein ästhetisches Projekt, sondern auch ein politisches Statement: Es zeigte eindrucksvoll, wie Kulturarbeit Räume für Austausch, Begegnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt schaffen kann. In einer Zeit wachsender gesellschaftlicher Spaltung betonte dieses Projekt die Relevanz künstlerischer Partizipation und intergenerationeller Zusammenarbeit und kann als lebendiges Beispiel für die demokratische Kraft praktischer Kulturarbeit stehen.
Kooperation: Wohnstift Freiburg
Gefördert durch: Kulturamt Freiburg
Mitwirkende Senior:innen: Willi Kern, Gisela Fuchs, Brigitte Wiederhold, Gerlinde Fritsch, Heidi Schatz, Irmgard Domnik, Gisela Dost, Ahmad Robert Vogel
Konzept und Performance: Veronika Schell, Marģers Vanags, Cosima Dudel, Jānis Putniņš, Luka Putniņa
Leitung der Workshops: Leonie Fritsch, Luka Putniņa, Veronika Schell, Cosima Dudel
Musik/Sounddesign: Karlotta Frank
Lichtdesign: Tim Weseloh




