FACE T(W)O

FACE T(W)O ist aus dem vierjährigen partizipativen EU-Kooperationsprojekt PEOPLE POWER PARTNERSHIP hervorgegangen. Daraus ist das internationale Ensemble mit Tänzer:innen aus 16 europäischen Ländern entstanden. Für dieses Stück stehen jeweils 20 von ihnen gemeinsam auf der Bühne.
Die Performance ist für mehrere tausend Zuschauer:innen konzipiert und wurde für große öffentliche Plätze entwickelt.
Im Zentrum des Stücks steht ein überdimensionaler Spiegel, der unter anderem für die Spannung zwischen der analogen und der virtuellen Welt steht: Was ist für uns noch real? Was ist Illusion? Verlieren wir uns in virtuellen Pseudo-Realitäten – und falls ja, können wir ihnen überhaupt noch entkommen? Jenseits der thematischen Auseinandersetzung mit dem uralten Motiv der Spiegel – einer Idee, die die Menschen seit jeher fasziniert und die wir für unsere Zeit neu betrachten – trägt diese Produktion auch eine hochpolitische Botschaft, die von täglich aktueller und dringlicher wird. Die Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne zeigen auf eindrucksvolle Weise, welche positive Energie ein gemeinsames europäisches Empfinden freisetzen kann. Diese Energie erreicht auch das Publikum und trägt zweifellos zum besonderen Erfolg der Produktion und zur Euphorie der Zuschauer:innen bei.

FACE T(W)O - People Power Partnership - 7400056-Edit-Edit - Foto Karsten Piper 2024 (1)
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FACE T(W)O - People Power Partnership - 7400050-Edit-Edit - Foto Karsten Piper 2024 (1)

FACE T(W)O führt in einen Raum an der Schwelle zwischen Wirklichkeit und digitaler Verheißung. 
Spiegel werden zu Portalen, zu Durchgängen in eine Welt, die Verbindung, Sicherheit und Freiheit verspricht. 
Doch schon im Moment des Eintritts wird deutlich: Was wir hinter uns lassen wollen, verschwindet nicht. Ängste, Sehnsüchte, Projektionen und soziale Muster reisen mit. Die Figuren betreten diese neue Ebene aus unterschiedlichen Motiven. Aus Neugier, aus Einsamkeit, aus dem Wunsch nach Zugehörigkeit oder danach, jemand anderes sein zu können. Doch der Schritt in die neue Welt ist kein wirklich freier. 
Er geschieht unter Blicken, Erwartungen und dem Sog der Gruppe.

Was zunächst vertraut und spielerisch erscheint, kippt nach und nach in ein System aus Vorgaben, Begrenzungen und unsichtbarer Steuerung. 
Räume ordnen die Körper, Bewegungen folgen vorgegebenen Bahnen, Möglichkeiten verengen sich. 
Die digitale Welt wirkt offen und grenzenlos, aber gerade in dieser scheinbaren Freiheit zeigt sich ihre Kontrolle. 
Projektionen verändern die Wahrnehmung von Raum und Schwerkraft, sichere Flächen entstehen und brechen wieder weg, Inseln zerfallen, Einzelne verlieren Halt. Aus spielerischer Neugier wird Verunsicherung, aus Gemeinschaft Abgrenzung, aus Orientierungslosigkeit Kampf. 
Die Gruppe fragmentiert sich, gerät in Widerstand, Auflehnung und emotionale Überforderung.

FACE T(W)O - People Power Partnership - 0073-Edit-Edit - Foto Karsten Piper 2024 (1)
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Erst im gemeinsamen Scheitern öffnet sich kurz eine andere Möglichkeit: 
Beziehung, die nicht auf Simulation, Leveln oder algorithmischer Sortierung beruht, sondern auf realer Gegenwart. 
Für einen Moment verbindet die gemeinsame Suche. 
Doch auch diese Erfahrung bleibt brüchig. 
Die Faszination der nächsten Ebene, das Versprechen eines neuen Versuchs, zieht die Körper wieder an. 
So zeigt FACE T(W)O die digitale Welt weder als reine Utopie noch als bloße Bedrohung, sondern als Spiegel menschlicher Wünsche und Abhängigkeiten. 
Hybris, sozialer Zwang und Eskapismus schreiben sich in ihr fort. 
Am Ende bleibt die entscheidende Frage offen, ob Freiheit im Eintritt in immer neue Räume liegt, oder in der Fähigkeit, einander nicht darin zu verlieren.

Presseartikel: FreiburgUmeå/SE,  Riga/LV;

Technischer Rider

Dokumentationen: Sibiu/RO, Grimsby,UK

Videos:
Gesamtmitschnitt:
Indoor Norrlandsoperan Umeå/SE
Outdoor: Sibiu/RO

Auszüge:
Premiere Freiburg

Buch zum PPP-Projekt

 

Fotos auf dieser Seite von:
Jennifer Rohrbacher, Joao Serrao und Karsten Piper

FACE T(W)O - People Power Partnership - 0085-Edit-Edit - Foto Karsten Piper 2024